Wie sieht eine Emotional Release Session aus?
- Philipp Bienert
- vor 6 Tagen
- 4 Min. Lesezeit
Emotional Release vereint verschiedene therapeutische Methoden und Techniken, um im Körper blockierte Emotionen freizulegen und eine neue Beziehung zu ihnen aufzubauen. Dabei wird der Körper und das Unterbewusstsein gleichermaßen einbezogen.
Diese Arbeit ist dafür gedacht, Herausforderungen im Leben zu überstehen, die auf emotionale Blockaden zurückzuführen sind - das sind fast alle Probleme, denen wir in unserem Leben gegenüberstehen werden.
Außerdem ermöglicht Emotional Release ein selbstwirksames Leben zu führen, in dem wir nicht von unseren Emotionen blockiert werden, sondern sie achtsam wahrnehmen als das, was sie im Kern sind - eine instinktive Führung zur richtigen Orientierung im Leben. Wenn wir verstehen, wie wir unseren Emotionen richtig zuhören, lernen wir ihre Intention und ihren Sinn zu deuten und damit ein Leben im Einklang mit unserer Umwelt zu führen. Emotionen werden dann zu einem weisen Werkzeug, dass uns immer Feedback gibt, worauf wir achten sollten, wann wir uns schützen, wann wir mehr von dem tun sollten, das wir lieben, und weniger von dem, welches uns schadet.
Emotional Release folgt ganz grob diesen folgenden 5 Schritten. Damit bekommst du eine ungefähre Vorstellung vom Ablauf aber auch von den Wirkprinzipien hinter den Emotional Release Abläufen.
Schritt 1: Menschliche Präsenz
Emotional Release lebt davon, unseren Emotionen urteilsfrei zu begegnen. Der Facilitator übernimmt diese Aufgabe, in dem er einen urteilsfreien Raum schafft und den Klienten daran erinnert, dass jede Emotion im Kern einfach ist. Sie ist weder schlecht noch gut, sondern erfüllt einen Überlebenszweck. Sie sind dafür gedacht, uns Hinweise darüber zu geben, was für unser Überleben und für ein gutes Leben gerade angebracht wäre. Da die meisten Menschen aber nie gelernt haben, dass Emotionen eine Existenzberechtigung haben, verdrängen, unterdrücken und verurteilen sie sie. Das schafft Blockaden im Körper und unbewusste, destruktive Verhaltensmuster im Alltag.
Daher ist der erste Schritt so bedeutsam, da der Klient in einem sicheren Rahmen eine komplett gegensätzliche, positive Erfahrungen machen kann - nämlich das fühlen und akzeptieren der eigenen Emotionen.
Schritt 2: Verbale Führung
Emotional Release lebt von der verbalen Führung des Facilitators. Er führt den Klienten damit in einen wichtigen Aspekt der Erfahrung, nämlich der Benennung und dem Aussprechen von Empfindungen, Gefühlen und Emotionen. Um zu heilen bzw. 'ganz' zu werden, braucht es auch eine klare, positive Sprache, um das Erleben zu beschreiben. Im Gegensatz dazu bleibt diese Klarheit im Alltag oft weg und wir befinden uns in schleierhaften Zuständen, fernab von emotionaler Gewissheit darüber, was in uns vorgeht.
Schritt 3: Symbole und Visualisierungen
Im Grunde werden 2 wichtige Aspekte in einer Session vereint: Die körperliche Wahrnehmung und das Unterbewusstsein. Um Veränderung nachhaltig anstoßen zu können, ist eine Arbeit mit dem Unterbewusstsein unabdingbar. Zunächst werden die verschiedensten Empfindungen im Körper mit Emotionen in Verbindung gebracht, bevor sie dann mit symbolischer Sprache im Unterbewusstsein so verarbeitet werden, dass wir eine Art emotionalen Abschluss damit finden. Es ist fast so wie Träume, deren Sprache auch Bilder und Symbole sind, die wir häufig nicht sofort deuten können, aber eine bestimmte Bedeutung in sich tragen. Genauso können in einer Session wichtige Erinnerungen, Symbole, Bilder und Szenen auftauchen, die eine emotionale Ladung halten. Wenn wir mit diesen Symbolen arbeiten, können wir die Emotion durchfühlen und so das Nervensystem neu programmieren, indem wir ihm beibringen, dass die Emotionen keine Gefahr sind.
Schritt 4: Psychosomatische Körperarbeit
Neben dem Unterbewusstsein spielt der Körper wohl die wichtigste Rolle in einer Session. Emotionen werden im Körper gespeichert und tragen Energie, Bedeutung und Richtung. Mit der Einbeziehung des Körpers durch Bewegungen, Berührungen und somatischem Tracking der Empfindungen wird versucht, ein emotionales Gleichgewicht zurückzuerlangen, nach welchem der Körper ohnehin strebt. Dies tut er durch körperliche Symptome, die oft auch unangenehm sind, aber letztlich nur eine positive Absicht des Körpers widerspiegeln, jenes Gleichgewicht zu erreichen.
Schritt 5: Die Atmung
Der Atem begleitet uns von dem Moment an, da wir diese Welt betreten und verlässt uns in dem Augenblick, wenn diese Welt wieder verlassen. Er ist unser steter Begleiter im Alltag, ohne den wir buchstäblich nicht leben können. Weil der Atem so fundamental für uns ist und nichts anderes als pures Leben für uns bedeutet, ist er die größte Ressource die wir haben. Im indischen Prana genannt, hegt der Atem bei den Yogis ebenfalls diese Bedeutung als pure Lebenskraft und ist Teil einer ganzen Lebensphilosophie. In Emotional Release Sessions verbinden wir uns bewusst mit dem Atem, denn er gibt uns Kraft und sorgt dafür, dass wir alle Emotionen, wie schmerzhaft sie seien mögen, aushalten können. Wir lernen dadurch, auch im Alltag immer die Sicherheit zu haben, jeglicher Situation begegnen zu können, wenn wir uns an den steten Fluss unseres Atems erinnern.
Fazit
Emotional Release ist nicht eine einzelne Methode oder Technik und vielmehr eine Art und Weise der Arbeit mit Menschen, sie zurück zu emotionalem Gleichgewicht zu bewegen und ihre Kapazität dafür zu erhöhen, schwierige Emotionen halten zu können. In derartigen Sessions gewinnt der Klient die Energie von blockierten Emotionen zurück und kann dadurch selbstwirksam sein Leben nach Belieben gestalten, schwierige Entscheidungen in Ruhe treffen und seine Bestimmung kreativ und selbstbewusst ausleben.





