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Die 7 Kernemotionen - warum haben wir Emotionen?

  • Autorenbild: Philipp Bienert
    Philipp Bienert
  • 23. Jan.
  • 3 Min. Lesezeit

Die 7 Kernemotionen - Wut, Trauer, Angst, Freude, Ekel, Begeisterung und sexuelle/sinnlicher Genuss. 


Die menschliche Erfahrung hat eine wahrscheinlich unendliche Bandbreite von Emotionen und Mischungen von Emotionen. Doch es gibt genau genommen 7 Grundemotionen, die ich im Weiteren Kernemotionen nennen werde, die unser Leben besonders bestimmen.


Diese sind die oben genannten Emotionen Wut, Trauer, Angst, Freude, Ekel, Begeisterung und sexuelle/sinnlicher Genuss. Sie erfüllen den Zweck unser Überleben zu sichern, denn sie sind dafür da, uns zu Handlungen zu bewegen. Und für jede Emotion gibt es einen anderen Zweck, den sie erfüllt.


Welchen Sinn haben unsere Emotionen?


Unsere Emotionen erfüllen jeweils einen kritischen Zweck zur Sicherung unseres Überlebens.

Trauer

entsteht, wenn wir einen Verlust erfahren

bewegt uns dazu, einzukehren, uns mit Freunden und Familie zu umgeben, nach Trost zu suchen

Angst

entsteht, wenn wir einer Gefahr ausgesetzt sind

bewegt uns dazu, Schutz zu suchen, zu kämpfen oder uns tot zu stellen, bis die Gefahr vorüber zieht

Wut

wenn andere unsere Grenzen überschreiten oder uns Ungerechtigkeit widerfährt

bewegt uns dazu, uns zu verteidigen und für uns einzustehen und Veränderung anzukurbeln

Freude

entsteht, wenn uns Gutes widerfährt, wir Spaß haben

bewegt uns dazu mehr davon aufzusuchen, diese Freude mit anderen zu teilen und Verbindungen aufzubauen

Ekel

entsteht, wenn uns etwas Schädliches zu nah kommt

bewegt uns dazu zu würgen, zu speien und es von uns wegzustoßen

Begeisterung

entsteht, wenn wir Dinge tun, die uns tief berühren und interessieren

bewegt uns dazu, mehr davon zu tun, und die Luft zu springen und die Welt zu erforschen

Sexuelle/Sinnlicher Genuss

entsteht, wenn unsere Wünsche und Bedürfnisse erfüllt werden

bewegt uns dazu intime Beziehungen einzugehen und uns fortzupflanzen


Die 7 Kernemotionen sind also in ihrer Essenz Überlebensemotionen. Sie haben sich im Laufe der Evolution entwickelt, um unser Überleben zu sichern und unser weiteres Fortleben auch ertragbar zu machen. Emotionen sind ein unfassbar erstaunlicher Mechanismus unserer Existenz. 



Das Problem mit unseren Kernemotionen


Doch es gibt ein Problem mit Emotionen: Weil sie dafür designed sind, uns zu gewissen Handlungen zu bewegen, sind sie auch so heftig und intensiv. Sie können unser Nervensystem aus der Ruhe bringen. Selbst „positive Emotionen“ wie Freude und Begeisterungen sind für viele Menschen zu stark oder überwältigend, für manche gar bedrohlich.


Es ist eine Sache, die eigenen Emotionen klar zu kommen. Doch was passiert, wenn zwei Menschen mit ihren jeweiligen Emotionen aufeinandertreffen? Dann wird es schnell kompliziert und schwierig, wenn man nicht gelernt hat, wie man  1. mit den eigenen Emotionen umgeht und 2. mit den Emotionen anderer. 


Deshalb haben Eltern oft Schwierigkeiten, mit den Emotionen ihrer Kinder umzugehen und verbieten ihnen, gewisse Emotionen wie Wut oder Trauer auszuleben. Wut wird bei Mädchen schnell als Hysterie und schlechtes Benehmen abgestempelt und Trauer bei Jungen als Schwäche. Oder Eltern leben ihren Kindern vor, wie sie mit ihren Emotionen umzugehen haben: Wut unterdrücken, Trauer verschlucken, Angst leugnen. Es gibt praktisch keinen Haushalt, in dem Kinder den richtigen Umgang mit ihren Emotionen lernen. Aus ihnen werden dann später wiederum Eltern, die ihren Kindern diesen falschen Umgang mit ihren Emotionen beibringen.


Das große Potential unserer Emotionen


Es stimmt, dass wir Emotionen nicht kontrollieren können. Sie entstehen in einem Teil des Gehirns, der unserer bewussten Entscheidung entgeht. Wie vorher gesagt, ist das ein toller Mechanismus, der uns das Überleben sichert. Man stelle sich vor, wir würden nur unsere Gedanken haben, wenn wir einer plötzlichen Gefahr gegenüber stehen - wir wären aufgeschmissen in unserem Grübeln darüber, was wir tun sollen. Daher ist es gut, dass unsere Emotionen ohne unsere bewusste Kontrolle entstehen.


Wir können sie zwar nicht kontrollieren, aber den richtigen Umgang mit unseren Emotionen lernen. Denn wir haben die Macht darüber, was wir als Antwort darauf tun, wenn wir eine Emotion wahrnehmen. Der richtige Umgang bedeutet, wir lernen auf unseren Körper zu hören, auf unseren Instinkt, der uns in so vielen Situationen des Tages zeigt, worauf wir achten sollten. Wenn wir das tun, stehen wir mehr für uns ein, Leben ein Leben, das sich mehr unseren Bedürfnissen anpasst, und wir werden zu guter Letzt mehr in den Genuss kommen, in einem friedlichen Zustand zu ruhen. Wir haben Vertrauen, Mut und wissen genau, was als nächstes zu tun ist.

 
 
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